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Wo Steuern zahlen?

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Eine Firma - zwei Staaten: Wo sind dann die Steuern zu zahlen? Vielverbreitet ist der Irrtum, dass man mit einer ausländischen Gesellschaft automatisch in dem Land Steuern zahlt, aus dem die Gesellschaft ursprünglich stammt, was zunächst logisch klingt. Englische Firmen zahlen demnach Ihre Steuern immer in England - doch das Schweizer Steuerrecht sieht eine andere Regelung vor, bzw. ist es ein Staatsvertrag zwischen England und der Schweiz, der transnationale Fälle regelt: Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und England in seiner Fassung von 1992.

Es hat Vorrang vor den nationalen Gesetzen - vor allem auch vor dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), das normalerweise die steuerliche Zugehörigkeit von natürlichen oder juristischen Personen in der Schweiz regelt.

Der Verwaltungssitz bestimmt den steuerlichen Sitz

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und England besagt, dass sich bei juristischen Personen der steuerliche Sitz nach dem Sitz der Verwaltung der Gesellschaft richtet. Ist die Geschäftsleitung in der Schweiz ansässig, weil etwa die Geschäftsführer dort ihren Wohnsitz haben, so ist die Limited Company unbeschränkt in der Schweiz steuerpflichtig - und nicht in England. Umgekehrt ist es für einen steuerlichen Sitz in England erforderlich, dass die Firma von England aus gesteuert wird.

Reine Geschäftsanschriften und die Lage von Bankkonten sind also unerheblich, sondern die steuerliche Ansässigkeit richtet sich nach dem Ort der Geschäftsleitung. Eine Firma ist unabhängig vom Ort der Geschäftsleitung auch dann in der Schweiz steuerpflichtig, wenn die Gesellschaft

  • in der Schweiz eine Betriebsstätte unterhält
  • Eigentum oder Nutzniessungsrechte an Gründungstücken hat
  • Liegenschaften vermittelt oder damit handelt


Der Begriff "Firmensitz" zerfällt in diesem Kontext in zwei Teile: Eine Limited Company "sitzt" zwar in England, weil Sie dort Ihren Satzungssitz hat. Damit ist der Sitz gemeint ist, der in den Statuten der Gesellschaft als Sitz bestimmt wurde. Dieser muss sich zwingend in England befinden, da ansonsten die Gründung einer Gesellschaft nach englischem Recht nicht möglich wäre. Unabhängig davon können die Betreiber aber frei entscheiden, von wo aus die Firma geleitet wird, was den Verwaltungssitz und damit den steuerlichen Sitz der Firma bestimmt. Satzungs- und Verwaltungssitz fallen somit zuweilen auseinander.

Ein Unternehmer aus beispielsweise Basel, der in England eine Limited gründet und dann in Basel eine Schweizer Zweigstelle errichtet, ist gemäß des Doppelbesteuerungsabkommens immer in der Schweiz steuerpflichtig - es sein denn die Situation verhält sich tatsächlich anders und er leitet die Firma von England aus, was allerdings dem Steueramt gegenüber dann auch nachgewiesen werden muss.

In der Schweiz ist eine Limited Company dann den GmbHs und AGs gleichgestellt, weil steuerrechtlich nicht zwischen den verschiedenen Kapitalgesellschaftsformen unterschieden wird. Sie unterliegt den Steuerarten Gewinnsteuer, Kapitalsteuer und - abhängig vom Umsatz - der Mehrwertsteuer. Die Gesellschafter versteuern ihre Bezüge im Rahmen der regulären Einkommenssteuererklärung.